2004

Home of Rock, Tour-Berichte April 2004

Frankfurt, Sinkkasten, 20.04.2004 (Vorprogramm für Chris Knight)

10 Stunden heute gearbeitet - was soll's? Auf nach Frankfurt, denn heute spielt Chris Knight!
Zum ersten Mal ist der amerikanische Songwriter in Deutschland und das darf man sich nicht entgehen lassen.

Tatsächlich hat sich eine doch ansehnliche Zahl im Sinkkasten eingefunden, was vielleicht auch etwas am Support-Act liegt? Markus Rill bestreitet mit seinen GUNSLINGERS das Vorprogramm. Den hab ich ja leider in keiner so guten Erinnerung. Zu lasch war er mir damals im Vorprogramm der YAYHOOS. Gut, das war nur als Duo und heute kommt er mit kompletter Band und ich muss sagen: Hut ab! Ich bin positiv überrascht.
Es geht mit dem ersten Song gleich recht fetzig los und die Band rockt homogen und gut. Mit rauer Stimme, einem John Mellencamp nicht ganz unähnlich, treibt Markus seine Jungs an und Heartbreak Town ist wie gemacht für einen Opener.
Im Laufe des Sets folgen dann doch wieder einige ruhigere Songs, aber da kann man nichts machen - der Markus ist halt doch ein Romantiker. Gegen Ende wird's dann auch wieder rockiger und mit die größte Stimmung kommt beim Johnny Cash-Cover Folsom Prison Blues auf, der ruhig etwas länger
hätte dauern dürfen. Naja, ist halt ein kurzer Song. Nach einem absolut überzeugenden Auftritt verlässt die Band die Bühne und Chris Knight entert sie kurz darauf.

Aschaffenburg, Colos-Saal, 22.04.2004 (Duo mit Patrik Gröhn, Vorprogramm für Chris Cacavas)

Das Vorprogramm bestreitet: Markus Rill. Den durfte ich ja bereits zwei Tage vorher in Frankfurt erleben. Im Unterschied zu seinem Auftritt im Sinkkasten, tritt er heute Abend nicht mit kompletter Band, sondern nur in Begleitung eines seiner Gitarristen auf. Die Setlist unterscheidet sich nicht großartig vom Frankfurter Programm. Ab dem zweiten Song, Trouble With The Law, wird Markus Rill von seinem Gitarristen, hier an der Mandoline, unterstützt. Bei dem Titelsong der in Nashville aufgenommenen neuen CD "Hobo Dream", ist dann die E-Gitarre das begleitende Instrument. Auch heute kommen die Songs gut rüber - Singer/Songwriter/Countrymusik, mit hohem Wiedererkennungswert. Markus Rill kann hier auf heimischen Boden auch mal demonstrieren wie man "Ascheberch" richtig ausspricht, kommt allerdings bei der Technik des Mundharmonikahalters etwas in Schwierigkeiten...
Eine knappe 3/4 Stunde unterhält Markus Rill so die anwachsende Besucherschar ("... während sich Chris Cacavas Ali G. im Fernsehen ansieht". Zumindest einen Teil des Auftritts der 'Vorgruppe' hat sich Chris aus dem Publikum angesehen). Stark das Townes Van Zandt-Cover Waiting Around To Die, welches zuvor aus dem Publikum gefordert wurde. A Girl Called Jo, Eye For An Eye und
das powervolle Not Yet Shipwrecked beschließen den Set.

Lauchhammer, Friedensgedächtniskirche, 23.04.2004 (solo, Vorprogramm für Chris Knight)

Das Vorprogramm bestritt auch hier Markus Rill, allerdings solo mit der akustischen Gitarre.
Er wurde angekündigt als "Songwriter aus der BRD, nämlich aus Würzburg". Naja, das ließ er sich natürlich nicht entgehen, nochmals mehrfach scherzhaft aufzugreifen. Seine Stimme fand ich angenehm knarzig und mit Love Has Dragged Me Down, von dem brandneuen Album "Hobo dream", When The Sky Turns Red und vor allem Trouble With The Law hat er ein paar sehr gute Stücke am Start. Das Johnny-Cash-Tribute durfte auch nicht fehlen. Allerdings war es so alleine mit der Gitarre auf die Dauer dann doch etwas eintönig, das nächste Mal hoffe ich dann auch auf die
GUNSLINGERS.