2002
BluesNews, 1/2002
Seine Pressemappe spricht von Texas, von Townes van Zandt und
von einem Würzburger, der das Gefühl des amerikanischen
Südwestens zum Ausdruck bringt. Tatsächlich hat Markus
Rill eine Zeit lang in Austin gelebt. Mit seinen deutschen Gunslingers
legt er mit "Nowhere Begins" sein drittes Album vor.
Dass der von der Presse hoch gelobte Songwriter in hiesigen Blueskreisen
noch relativ unbekannt ist, liegt sicherlich daran, dass trotz
der Mitwirkung eines der "Bootleggin' Hobos" (Marcus
"ed" Staab) kaum (reine) Bluessongs auf seinem Programm
stehen. Stattdessen könnte man seine Musik als "Outlaw
Country" bezeichnen oder mit dem mittlerweile etwas abgewetzten
Begriff "Roots-Rock" belegen. Rills Band bewegt sich
irgendwo zwischen Tom Petty, The Band und Hank Shizzoe und tut
das ziemlich überzeugend. Unbestreitbar ist die Qualität
des Songwriters, vor allem dort, wo Rill seine melancholischen
Geschichten mit Ironie abschmeckt wie beim denkwürdigen "Women
& Whiskey (& Hard Times & Bad Luck)". Andererseits
weisen die Texte - sowie Rills Art, sie vorzutragen - eine gewisse
Sentimentalität auf, die eine entsprechende Veranlagung beim
Zuhörer voraussetzt. Mit anderen Worten: Das hier ist echte
"Cry in your beer"-Musik. Und sicherlich keine schlechte.
(va)
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