| 2001
Schweinfurter Tagblatt (August 20, 2001, review)
Mit der Gitarre in der Hand Geschichten erzählt
"Country, Folk und Blues in Perfektion"
Zeuzleben (von Andrea Berneker) - Alte Wagenräder und Ölgemälde
hängen an den Wänden. Hie und da stehen Kübelpflanzen.
Der Geruch von trockenem Stroh hängt in der Luft. Ein uriges
Ambiente für ein Konzert. Um 20.30 Uhr sollte es eigentlich
los gehen, bis sich die Galerie in der Scheune gefüllt hat,
ist es 21 Uhr. Ausgeleuchtet von einem Halogenspot sitzen Markus
Rill und Dennis Schütze mit ihren Gitarren auf Holzschemeln.
Das Publikum, etwa 80 Leute, ist verteilt auf Holzbänke und
Stühle. Einige stehen. Eine Dame fragt ganz interessiert,
um welche Musik es sich denn handle, die hier gleich gespielt
wird. Sie scheint eher Anhängerin klassischer Musik zu sein.
Aber Country-, Folk- und Bluessongs sollen ihr auch recht sein.
Es geht los. Die beiden Sänger und Gitarristen beginnen mit
einem Song von Johnny Cash. Später treten beide Künstler
auch einzeln auf. Das Publikum lauscht der handgemachten Musik.
In eine leichte Melancholie verfällt das Publikum bei Dennis
Schützes Solo "Pictures In My Mind". Nicht nur
das Publikum ist von den beiden Musikern begeistert. Auch den
Künstlern gefällt es in der Scheune: "Das ist eine
sehr schöne Atmosphäre und es macht Spaß, akustisch
zu spielen. Dadurch, dass wir ohne Band spielen und nicht so laut,
können die Leute unseren Texten zuhören", sagt
Rill zufrieden. Außerdem sei die Verbindung mit der Galerie
gelungen, da dort mehr auf das Künstlerische und nicht das
Kommerzielle Wert gelegt würde.
Markus Rill erzählt mit seinen Texten Geschichten. Ein typischer
Storyteller eben. Der Musiker mit der Sandpapier-Stimme verbindet
treibenden Rock'n'Roll, schmalzfreie Country-Melancholie, Akustisch-Folkiges
und den Blues mit seinen Texten. "Es kommt immer auf den
Song an, nicht auf den Interpreten", meint der Singer/Songwriter.
"Nowhere Begins" heißt seine aktuelle CD.
Dennis Schütze war früher Gitarrist in Rills Begleitband
"The Gunslingers", später gründete er seine
eigene Band "Dennis Schütze & His Best Men".
Aus seiner CD "Leave The Blues Behind" spielte der studierte
Gitarrist einige Songs. "Viele davon sind autobiographisch
motiviert", erzählt er. Anscheinend lässt sich
Schütze vor allem vom weiblichen Geschlecht inspirieren.
Von einer italienischen Austauschstudentin singt er oder von einer
Frau, an der er nichts Neues mehr entdecken kann, da er sie so
gut kennt: "Ordinary Woman".
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