| 2001
Höchster Kreisblatt (November 9, 2001, review)
Der Country-Star der US-Szene kommt eigentlich aus
Hattersheim
Von Stefanie Bernhard
Höchst. Er hat die Augen geschlossen, wippt mit dem Fuß
im Takt auf dem Boden. Ganz dicht steht er mit der Gitarre am
Mikrofon, so als gebe es nur ihn und seine Musik. Seine Zuhörer
scheint der Country- und Western-Sänger Markus Rill dabei
fast zu vergessen. Wenn er die Augen aufmachen würde, könnte
Markus Rill sehen, dass er das Publikum in der "Wunderbar"
auf seiner Seite hat. Überall wiegen sich die Zuhörer
im Takt, wippen mit den Köpfen, Füßen und Händen
mit. Die kleine Verspätung zum Konzertbeginn hat ihm das
Publikum längst verziehen. Immer wieder bewundernde Pfiffe
und Rufe, tosender Applaus. Von gefühlvoll bis rockig - Rill
beherrscht das gesamte Repertoire.
Seine Lieder hat der Würzburger alle selbst geschrieben,
drei eigene CDs herausgebracht. Mit seiner klaren Stimme schafft
er es immer wieder, genau die richtige Stimmung in seine Songs
zu packen. Nachdem der Musiker alle von seinem Solotalent überzeugt
hatte, bekam er Unterstützung von zwei Freunden - Chris Fest
und Anne-Kathrin Dembczyk, die gemeinsam mit ihm Musik machten.
Bekannt ist Rill vor allem in den USA, wo er mit seiner Band den
"Gunslingers" auf Tournee war. Aufgewachsen ist der
Sänger in Hattersheim - ein bisschen heimisch scheint er
sich hier immer noch zu fühlen.
Zumindest hat er die Einladung von "Wunderbar"-Wirt
Ralf Otto schneller angenommen, als Otto sich das hatte träumen
lassen. "Ich traute meinen Augen kaum, als er plötzlich
hier im Laden stand", berichtete Otto vom ersten Treffen
mit Rill. Am Samstag trat der Musiker dann tatsächlich in
der "Wunderbar" auf. Otto war sichtlich stolz, den für
ihn "besten Songwriter Deutschlands" in seiner Bar begrüßen
zu können. Schon oft seien Rills CDs in der "Wunderbar"
gelaufen. Viele Kunden hätten ihn auf die gute Musik angesprochen,
da sei ihm die Idee gekommen, Rill ins Lokal einzuladen - mit
Erfolg. Schade nur, dass nicht noch mehr Leute gekommen waren,
um das hochkarätige Konzert zu würdigen: Die "Wunderbar"
war auch nicht voller als sonst an einem Samstagabend.
|