2001

Doppelpunkt (7/2001)

Warum sich ein Unterfranke berufen fühlt, uramerikanische Musik zu machen, will ich hier nicht erforschen. Markus Rill und seine Gunslingers kommen jedenfalls mit dem dritten Longplayer "Nowhere Begins" heraus. Im klassischen Holzfäller-Outfit und mit einer Stimme, die klingt, als sei Roger McGuinn von den Byrds in ein Whiskeyfass gefallen, singt, schluchzt, krächzt, flüstert und erzählt Rill seine Roadsongs von Lonesome Ramblers, Granddaddy's Old Ford und einem Mädchen, das er eigenhändig im Mississippi ertränkt hat. Nein, vor Klischees gruselt's ihm wahrlich nicht, aber er bringt sie voller Inbrunst und Überzeugung rüber, dass man sich fragt, wann er das letzte Mal daheim in Franken war. Volker Peter