2001

Musicprint, July 01

Countrybluesrock zum Schluss [der Kolumne "Souterrain"]. Wer weiß, vielleicht liegt Austin/Texas ja doch in Bayern. Der Autor dieser Zeilen weiß nicht, ob Würzburg eine Städtepartnerschaft mit der Hauptstadt in Sachen Non-Mainstream-Country-Americana hat. Hört man Markus Rill, wohnhaft in Würzburg (der aber ein Jahr ebendort studiert hat), sollte man sich auf jeden Fall Gedanken darüber machen. Rill war daneben noch mehrfacher deutscher Meister im Freistilringen, wenn er jedoch seine Gitarre in die Hand nimmt, ist davon nichts zu spüren, das passiert filigran und gefühlig, auch wenn er und seine Gunslingers ordentlich rocken können wenn sie wollen. Rill hat auf "Nowhere Begins" (Music Network/Line/DA Music) Americana ganz tief in sich aufgesogen, ohne sich anzubiedern. "Authentisch" ist im Zusammenhang mit Musik immer ein blödes Wort, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Er beherrscht die Klaviatur des Genres von A-Z, von Frauen über Whiskey bis Highway. Doch ob Roadsong, knackiger Rock `n Roll, Country oder Loserballade, Rill kann Geschichten erzählen und großartige Songs schreiben, die denen etwa eines Steve Earle durchaus ebenbürtig sind. Seine Reibeisenstimme passt großartig zur rau aufspielenden Band, ein perfektes Team. Feines Werk aus Würzburg/Americana. Achim Borchers