2000

Road Tracks (2/2000)

Er erzählt Geschichten von Frankie, Johnny, von Buddy und Sally. Kleine atmosphärisch dichte "Roadhouse-Stories", die in den Weiten des amerikanischen Hinterlandes angesiedelt sind. Die von den kleinen, aber doch so intensiven Schicksalen des Lebens handeln. Vom Scheitern, vom Wiederaufstehen, vom sich Wundern über den Lauf der Dinge, die einem von einen Tag auf den anderen widerfahren können. Songs von Outlaws, Verlassenen und an der Gesellschaft zerbrochenen. Ausgestattet mit einer verwegenen Stimme und dem Selbstbewusstsein, sich seines sentimantalen Naturells nicht schämen zu wollen, gelingt es Markus Rill, die Songs sehr authentisch klingen zu lassen. Begleitet werden die akustischen Stücke sehr zurückhaltend von den "Gunslingers", die neben Slide Guitar auch mal eine sentimentale Fiddle erklingen lassen. Das alles kommt so amerikanisch rüber, dass man es kaum glauben mag, dass wir es mit einem 29-jährigen Würzburger zu tun haben. Keine Spur vom störenden, kantigen Akzent. Ein langer Austin-Aufenthalt hat hier deutliche Spuren hinterlassen. Ein Country-Folk-Album, mit dem sich der Ex-Bundesligaringer keinesfalls hinter den amerikanischen Kollegen verstecken muss, und das eine Bereicherung im CD-Regal zwischen Steve Earle und John Wesley Harding darstellt.