1997

Glitterhouse

Es wird schwierig sein, Euch zu überzeugen, aber diese Platte hat es verdient. Hätte sich der liebe Markus ein amerikanisch klingendes Pseudonym gegeben, jede Wette, daß jeder Hörer auf Texas oder Tennessee getippt hätte. So durch und durch amerikanisch ist das Debütwerk des Songwriters aus Frankfurt gelungen, daß man einfach den Hut ziehen muß. Das bedient sich bei Könnern wie Steve Earle, Townes Van Zandt, Guy Clark, Tom Russell, Dave Alvin und anderen, ist aber ganz weit entfernt von einer Kopie und braucht sich vor vielen augenblicklichen Releases aus den USA absolut nicht zu verstecken. Markus hat zudem eine angenehm rauchige Stimme à la Tom Pacheco (ohne jeden Akzent) und was er und seine wirklich großartrig aufspielende Band in Garagen, Wohnungen und Übrungsräumen aufgenommen haben, klingt nach mehreren tausend Dollar. Wer also auf die Richtung rockige Texas Songwriter steht, der wird bei dieser CD immer wieder ungläubig im (schönen) Booklet blättern.