2006

Stuttgarter Zeitung, ARD-Videotext , Juni 2006

Dass erstklassige American Rootsmusic nicht aus Louisiana, Texas oder Kentucky kommen muss, beweist Markus Rill. Denn der wohnt in Würzburg, und das ist schließlich auch nach hiesigen Maßstäben keine Hochburg der Musikszene.

Immerhin hat Rill einige Zeit in Texas gelebt und studiert, und sein jüngstes Album The Price Of Sin - sein sechstes - hat er mit hochkarätigen Musikern in Nashville aufgenommen. Es ist ein überwiegend akustisches und ruhiges Album geworden, dessen Stimmung zwischen Fröhlichkeit und Wehmut schwankt.

Der Opener "Singin' In The Cemetery" handelt vom Tod der Mutter drei Jahre zuvor, das Schlussstück "Not Ready Yet" von einer schweren Erkrankung des Vaters. Und dazwischen ziehen sich thematisch wie ein roter Faden das Ringen um Liebe und Moral und der Umgang mit der Fehlbarkeit des Menschen.

Trotz der schweren inhaltlichen Kost macht das Zuhören einfach Spaß, dafür sorgen Rills raue Raspelstimme und die grandiose Band mit Banjo, Mandoline, Fiddle, Akkordeon sowie Pedal-, Lap-Steel- und Bottleneck-Gitarren. Dass der Mann aus dem fernen Germany Talent hat, hat sich inzwischen auch bei Kollegen und Kritikern in den USA herumgesprochen.